Heute waren wir bei unserer ersten Sitzung bei der
Familienaufstellung. Anscheinend einer von vielen Sitzungen, die
noch folgen werden. Ich bin die Tage über skeptisch geworden, ob
mir, bzw. uns so etwas überhaupt helfen kann. Aber dann wurde ich
doch ganz positiv überrascht. Der, ich nenn ihn mal Therapeut, war
überaus freundlich und sehr nett. Er konnte uns schon bei der
ersten Sitzung unsere Probleme und deren Ursachen erleutern. Und
das sogar nicht nur bei mir, sondern auch bei meiner Frau und bei
meinem Sohn. Das hatte mich echt überrascht, denn ich habe fest
damit gerechnet, dass ich das einzige Problem in der Familie wäre.
Und der Therapeut meinte auch, dass es schon wieder mit uns werden
wird. Das lässt ja hoffen!
Montag, den 05. September 2011 11:18
Ich weiß immer noch nicht, wie es weiter gehen soll. Aber ich
habe mal im Internet etwas recherchiert. Da habe ich eigentlich nur
wenig gefunden, hauptsächlich irgendwelche Ratgeber aus
Frauenzeitschriften. Dann habe ich mal meine Mutter angerufen, was
ich denn tun konnte. Sie hat mein Problem zum Glück gut verstanden
und meinte sogar, dass sie und mein Vater damals, vor meiner
Geburt, auch so Probleme gehabt haben. Die beiden haben dann so
eine von diesen Familienaufstellungen mitgemacht.
Familienaufstellungen sind so Therapiestunden für die ganze
Familie, quasi. Und das haben meine Eltern gemacht? Das hatte mich
echt überrascht. Aber meine Mutter ist immer noch überzeugt von den
Familienaufstellungen, also haben sie damals sicher was gebracht.
Sonst würde sie doch nicht heute noch davon sprechen, oder?
Und dann habe ich im Internet noch mal nach Familienaufstellungen
gesucht. Dieses Mal wurde ich auch direkt fündig und habe eine
seriöse Seite gefunden. Auf diese wollte ich dann erst einmal meine
Frau ansprechen. Schließlich ist das ja schon eine große Sache.
Aber ich habe mich nicht getraut. Schließlich haben beide, meine
Frau und mein Sohn alles aus mir raus gepresst. Aber sie haben
nicht so reagiert, wie ich es erwartet habe. Im Gegenteil, sie
haben beide in Bezug auf die Familienaufstellung recht positiv
reagiert.
Montag, den 29. August 2011 07:51
Heute habe ich mich tatsächlich über eine Kündigung informiert.
Ich mag meine Arbeit eigentlich sehr gerne. Ich habe gerne große
Verantwortung und kann so wie so gut damit umgehen. Aber es tut mir
weh, wenn ich meinen Sohn und meine Frau nur eine bzw. zwei Stunden
am Tag zu Gesicht bekomme. Das ist eindeutig zu wenig. Aber eine
Kündigung scheint im Moment einfach nicht möglich zu sein. Mit
meiner Berufserfahrung könnte ich zwar viele hohe Posten machen,
aber im Moment sucht keiner solche Führungskräfte. Die Stellen sind
alle schon belegt.
Donnerstag, den 25. August 2011 10:54
Bei mir in der Familie, da läuft es nicht ganz so gut. Eher im
Gegenteil. Und das bin vor Allem ich schuld, das weiß ich auch.
Durch meinen Job habe ich viel verpasst, was meinen Sohn angeht.
Auch war ich nicht gerade die Vaterfigur, wie sie so im Bilderbuch
stehen würde. Weil ich schlichtweg oft nicht da war. Ich bin der
Filialleiter einer bekannten Elektronikfirma. Und als dieser
arbeite ich immer von neun Uhr morgens bis halb neun Abends. Und
dann fahre ich noch einmal eine halbe Stunde. Dann bin ich unter
der Woche immer so gegen neun Uhr zuhause. Oft muss ich auch
samstags raus, aber nicht immer. Natürlich hat es auch Vorteile,
dass ich so viel arbeite. Vor allem natürlich einen finanziellen
Vorteil. Ich muss ehrlich sagen, dass ich schon sehr viel
Geld verdiene, als Filialleiter. Ein netter Firmenwagen ist auch
drin. Aber deshalb sehe ich meine Familie sehr selten und ich weiß
nicht, ob es mir das noch länger wert ist.
Samstag, den 20. August 2011 10:40